Anleitung zur chirurgischen Applikation eines neu entwickelten intervertebralen Spacers (C-LOX, Rita Leibinger GmbH &Co. KG Mühlheim/Donau, Deutschland) zur Behandlung der kaninen zervikalen Spondylomyelopathie (Wobbler Syndrom)

Author: Dr. Günter Schwarz & Prof. Dr. Franck Forterre

Operationsanleitung

Anmerkung: Verwenden Sie präoperative Röntgenbilder zur vorgängigen Selektion der Spacer- und Schraubengrössen. Zudem wird empfohlen, die Distraktion/Fusion unter Fluoroskopie durchzuführen, um intraoperativ die Implantatgrösse, Schraubenlängen sowie die Tiefe und Lage des C-Lox Spacers kontrollieren zu können.

Positionieren Sie den Hund in Rückenlage und unterstützen Sie die Nackenregion mit einem Polster. Vermeiden Sie eine Hyperextension. Führen Sie einen Standardzugang zur ventralen Halswirbelsäule durch. Die betroffene Bandscheibe wird identifiziert und ausreichend dargestellt. Mittels einer Skalpell Beaver Klinge schneiden Sie ein Fenster in den ventralen Annulus Fibrosus, welches minimal breiter als der ausgewählte Spacer sein sollte. Die Endplatten der Wirbelkörper begrenzen die Öffnung kranial und kaudal. Seien Sie während der Diskektomie vorsichtig, um den dorsalen Anteil des Annulus nicht zu verletzen.
Um den C-Lox Distraktor befestigen zu können, müssen vertikale Bohrlöcher (2,5mm) in die angrenzenden Wirbelkörper gebohrt werden. Diese Bohrlöcher sollten exakt in der Mittellinie positioniert sein. Die Crista Ventralis markiert die Medianebene des Wirbelkörpers, verursacht aber häufig das Abrutschen des Bohrers.
Achten Sie darauf, dass Sie in der kaudalen Hälfte des kranialen Wirbelkörpers, bzw. in der kranialen Hälfte des kaudalen Wirbelkörpers bohren. Um ein Abkippen während der Distraktion zu vermeiden, sollte zudem die Bohrtiefe mindestens 2/3 des Wirbelkörpers betragen. Präoperatives Abmessen oder gar Fluoroskopie helfen Ihnen dabei, den Wirbelkanal nicht zu penetrieren.
Führen Sie nun den C-Lox Distraktor in die vorgebohrten Löcher ein und weiten Sie den Intervertebralspalt.

Mit der C-Lox-Nukleus-Kürette werden die übrig gebliebenen Nukleus Pulposus Reste vorsichtig entfernt. Der dorsale Anteil des Annulus Fibrosus kann als derbe Struktur palpiert werden und muss unbedingt erhalten bleiben. Die freigelegten Endplatten werden nun so gut es geht vom Bindegewebe befreit ohne dabei den subchondralen Knochen zu verletzen.
Sollte Nucleus Pulposus Material im Spinalkanal aufzufinden sein so kann dies mit Hilfe einer feinen Kürette oder einer kleinen Arthroskopie Biopsie Zange entfernt werden.

Die passende Implantatgrösse kann präoperativ anhand der Röntgenbilder abgeschätzt werden. Befestigen Sie den Positionierungsstab an der passenden Spacer Schablone und führen Sie diese in den Intervertebralspalt ein. Kontrollieren Sie den korrekten Sitz. Auch dabei kann die Fluoroskopie sehr hilfreich sein. Sollte das Einsetzen nur unter grossem Kraftaufwand möglich sein oder aber nur zu einer minimalen Distraktion führen, so muss eine kleinere, bzw. grössere Schablone verwendet werden.

Nachdem Sie den optimalen Sitz überprüft haben, ersetzen Sie die Schablone durch den richtigen C-Lox Spacer. Kleine Spitzen kranial und kaudal am Spacer unterstützen den sicheren Sitz des Implantats können aber das Einsetzen etwas erschweren.

Sobald der Cage gut sitzt, kann der C-Lox Distraktor entfernt und der Positionierungsstab vom Spacer abgeschraubt werden. Der Cage wird dann mit Verriegelungsschrauben fixiert.

Wählen Sie die Schrauben-Zentralisationshülse anhand der ausgewählten Schraubenlänge aus. Befestigen Sie die Schrauben-Zentralisationshülse am Implantat und benützen Sie den vorgesehenen 2.0mm Bohrer um die Startpunkte für die selbstschneidenden Kortex-Verriegelungsschrauben zu bohren. Dieser Bohrer bildet eine Einheit mit der Zentralisationshülse und wird ein Loch im Wirbelkörper kreieren welches der selbstschneidenden Schraube die Richtung vorgibt. Die Schraubenlänge wird präoperativ anhand der exakt latero-lateralen Röntenbilder ausgewählt. Bringen Sie die vier Schrauben mit dem hexagonalen C-Lox Schraubenzieher ein. Die Schrauben müssen gut im Wirbelkörper verankert werden und dürfen die Endplatten oder den Wirbelkanal nicht penetrieren. Auch hierbei kann die Fluoroskopie sehr hilfreich sein und die korrekte Platzierung der Schrauben erleichtern.

Spongiosa oder Knochenersatz können auf die ventrale Oberfläche des operierten Intervertebralspalts angebracht werden.

Die Weichteile werden standardmässig verschlossen.